Mouches Volantes: Leuchtstruktur des Bewusstseins und Meditation mit offenen Augen.
Fragen und Antworten von Floco Tausin zum Thema: Glaskörpertrübungen bzw. Mouches volantes  oder fliegende Mücken.
Mouches volantes und das Bewusstsein
Ganzheitlich Sehen: Floco Tausin's Newsletter.
Eine Sammlung von Links zum Thema Mouches volantes.
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Ganzheitlich Sehen: Der Mouches volantes Newsletter
Ganzheitlich Sehen News Linie

"Ganzheitlich Sehen"

1/15 (Nr. 37)
ISSN 1662-808X
Ganzheitlich Sehen News Linie
Inhalt der News

1) Hauptartikel : Leuchtende Essenz – Mouches volantes in der alten mesoamerikanischen Kunst
2) Nestors Wissen: Fortschritt in der Leuchtstruktur
3) Tipps: Mouches volantes als Symptom von Vodun-Flüchen
4) Kunst: „Mouches volantes-Tafeln“ von Michael
5) Aus der Wissenschaft: Mouches volantes oder Raumschiffe? – Erich von Däniken
6) Zu guter Letzt: Feedback des Quartals

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Einführung

Mouches volantes: Meditation mit offenen Augen

"Ganzheitlich Sehen" ist der vierteljährlich erscheinende Newsletter des Autors und Bewusstseinsforschers Floco Tausin.
Meditation mit offenen Augen auf leuchtende Mouches volantes.
Mouches volantes: Meditation mit offenen Augen (Quelle)

Er beschäftigt sich mit den medizinischen, kulturellen und spirituellen Dimensionen von subjektiven visuellen Erscheinungen (siehe Diagramm). Hauptthema ist die Erforschung einer als "Mouches volantes" (MV) bekannten Erscheinung durch die Meditation mit offenen Augen: Sind MV in Wirklichkeit eine leuchtende Bewusstseinsstruktur, in welcher wir einen Weg zu unserem Ursprung zurücklegen?

Hauptartikel

Leuchtende Essenz – Mouches volantes in der alten mesoamerikanischen Kunst

Der Weltenbaum wächst aus dem Kopf der Muttergöttin von Teotihuacán.
Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Bewusstseinslicht? Der Blick auf die Kunst früherer und aussereuropäischer Kulturen lässt vermuten, dass Mouches volantes für eine Vielzahl von Menschen eine spirituelle Bedeutung hatten. In diesem Artikel werden Mouches volantes-Motive der alten Zivilisationen Mesoamerikas vorgestellt.

Der neuste Hauptartikel ist nicht frei zugänglich.

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Nestors Wissen

Mein Mentor, Nestor der Seher, über das Sehen der Leuchtstruktur und die damit verbundene spirituelle Praxis.

Fortschritt in der Leuchtstruktur


»Seit Jahren behauptest du dich auf dem Weg in der Leuchtstruktur«, erklärte er. »Und dies bedeutet, dass du dich langsam durch die Schichten der rechten Seite bewegt hast – so langsam, dass du deine Fortschritte nicht durch dein Sehen, sondern höchstens durch einen Blick in deine Vergangenheit beurteilen kannst. Dein Fortschreiten auf dem Weg in der Grundstruktur verlief deshalb so zögerlich, weil du eben so stabil in deinen Schichten warst. Jetzt aber vermagst du deine Stabilität in einer Schicht auf einen Schlag zu lockern. Das bewirkt diese plötzlichen Intensitätssteigerungen.«
Mouches Volantes - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins.
Aus: Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins. Leuchtstruktur Verlag, Bern 2010, S. 296. (Quelle)

Für Nestor ist das Leben eine Bewegung hin zu einem Punkt, an dem die Gleichzeitigkeit von absoluter Ruhe, Wissen und Ekstase das Bewusstsein vollkommen ausfüllt. Doch diese Bewegung verläuft nicht gleichmässig, wie wir im alltäglichen Leben beobachten können. Manchmal stecken wir bei einer inneren oder äusseren Arbeit fest und kommen tage- oder wochenlang nicht weiter. Dann leben wir wieder Wochen, Monate oder Jahre mehr oder weniger angenehm, wir lernen immer etwas dazu, machen aber keine grossen Bewusstseinssprünge. Schliesslich gibt es urplötzlich jene Momente, in denen sich unser Leben stark verändert. Nach Nestor können diese ungleichen Bewegungen im Sehen nachvollzogen werden. Unsere Mouches volantes können jahre- oder jahrzehntelang gleich aussehen. Bei der Beobachtung von Mouches volantes können wir allenfalls seitliche Lichtsprünge feststellen, Tiefensprünge (Zoomeffekte) hingegen sind sehr begrenzt, alle Bewegung findet innerhalb einer Schicht statt (vgl. News 1/12 und News 2/12). Diese Stabilität auf einer Schicht bedeutet, dass ein Mensch in seinem Bewusstsein stabil ist, d.h. sich innerhalb seines vertrauten Bereichs bewegt. Er verwendet seine Energie allenfalls dafür, innerhalb dieses Rahmens Leistung zu erbringen und sich dadurch allmählich an den Rahmen heranzutasten. Fortschritte in der Bewusstseinsentwicklung stellen sich nur langsam ein und können erst nach Jahren als solche erkannt werden.

Die Kugeln und Fäden können sich innerhalb kurzer Zeit aber auch stark verändern, ihre Zahl, Grösse und Leuchtkraft kann deutlich zu- oder abnehmen. Dies kann geschehen, wenn intensive Ereignisse in unserem Leben die Stabilität auf einer Bewusstseinsschicht lockern. Die Seher versuchen diese Stabilität durch eine Kombination von Konzentrations- und Ekstasepraktiken – insbesondere durch den Aufbau des „inneren Drucks“ bzw. der Intensität – zu lockern und eine Bewegung auf dem „Weg in der Leuchtstruktur“ zu erwirken. In beiden Fällen bedeutet diese Bewegung, dass ein Mensch seinen vertrauten Rahmen verlässt – oder sprengt –, und dass er oder sie zwischen mehreren Schichten balanciert, bis sich eine neue Stabilität des Bewusstseins einstellt, idealerweise näher an der „Quelle“.

Literatur/Links:
    - Tausin, Floco (2007): Nestors Sehtheorie – eine Zusammenfassung. In: Ganzheitlich Sehen, Juni 2007 www.mouches-volantes.com (25.8.13).

    - Tausin, Floco: Mouches Volantes - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins, Bern 2010, (ISBN: 9783033021570).
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Tipps

Tipps aus dem Internet sowie Erfahrungen, Einsichten und Umgangsformen von Leserinnen und Lesern mit entoptischen Phänomenen.

Mouches volantes als Symptom von Vodun-Flüchen

Stell dir einfach ein reines Glas mit klarem Wasser vor, jemand hat krause Haarlocken hineingeworfen – so sieht es aus. Nur ein paar Haare im Wasser – und dies begann, als ich mit Leuten sprach, die eine surreale Kunst aus Westafrika ausübten. … Es geschah, nachdem meine Hand taub geworden war – und ich fühlte eine plötzliche Panik/Schock, nachdem ein Lied abgespielt wurde. Dann fiel ich in eine mentale Schlaufe, versuchte herauszufinden, was es war, ‚ist es dies, ist es das etc. etc.?‘ Dann fragte ich sie, ‚was sind die Symptome eines Fluches?‘, er erwiderte ‚deine Augen sehen Flecken‘. Dies machte mir Angst. DAS war der Moment, als ich sie anzuschauen und zu sehen begann. … Das Merkwürdige daran war, dass er nicht mal ein Schwarzer war – er ist ein Roma. Er ist in die höchste Form dieser Kongo/Yoruba/Fon-Magie initiiert, die du dir vorstellen kannst. Er sagte nicht, dass es ein ‚Fluch‘ sei, er sagte mir nur, ‚das ist eines von vielen Symptomen‘. Ich fragte, ‚wie weisst du, dass es das eine und nicht etwas anderes ist?‘ Er sagte, ‚komm zu mir in die Beratung und ich sage es dir – wir können das so nicht sagen, wir können nur spekulieren.‘ Hier sagte ich ‚ok, nein‘ und ging nie wieder zurück. Ich bin mir bewusst, dass es nur ‚Flecken‘ sind, dass sie alles sein können, von kleinen Punkten bis zu Mouches volantes.
-- Study (aus dem Englischen übersetzt von FT)

Study hatte eine Begegnung mit Menschen, die angeblich in die religiösen Traditionen der Fon und Yoruba eingeweiht sind, zwei grosse ethnische und linguistische Gruppen Westafrikas. Der Glaube dieser Menschen aus Nigeria, Benin und Togo kreist um Geister (vodun in der Sprache der Fon, orisha in Yoruba), die in natürlichen Phänomenen wie Steinen, Pflanzen, Tieren, Flüssen, Regen hausen, aber auch Clans, Stämme oder Nationen beschützen, und sogar Menschen besetzen können. Krankheiten oder ungewöhnliche Bewusstseinszustände gelten oft als spirituelle Disharmonien. Während wir beispielsweise Symptome wie das Sehen, Hören oder Fühlen ungewöhnlicher Dinge mit neuropsychologischen Zuständen wie Depression, Schizophrenie oder Epilepsie assoziieren können, bedeuten sie für Westafrikaner eher, dass die betroffene Person unter dem Einfluss von Hexerei steht, d.h. verflucht ist. Eher als einen Arzt oder Psychiater konsultieren sie deshalb einen Priester oder einen anderen spirituellen Praktiker (Oguejiofor/Wendl 2012).
Yoruba Göttin Oshun, Gottheit der Liebe, Reichtum und Schönheit.
Yoruba Göttin Oshun, Gottheit der Liebe, Reichtum und Schönheit. (Quelle)

Leider ist der Bericht von Study nicht sehr detailliert. Erstens kann man sich fragen, ob das Sehen von „Flecken“ tatsächlich ein bekanntes Symptom in der westafrikanischen Spiritualität und Medizin ist, das auf einen Fluch hindeutet. Ein heutiger Roma, der westafrikanische Magie in den USA praktiziert, kann von vielem beeinflusst sein, von authentischer Fon- und Yoruba-Spiritualität, über einen amerikanischen Glaubensmix aus Christentum, haitischem Vodou (Voodoo), indigenen amerikanischen Weltanschauungen und moderner europäischer Magie, bis zu dem spirituellen Wissen, das auf dem Internet zirkuliert – wie die indischen oder vedischen Magievorstellungen, nach welchen das Sehen „schwarzer Punkte oder geometrischer Formen“ ein geläufiges Symptom für fortgeschrittene Zustände der „schwarzen Magie“ sei (Vedic Wisdom 2010-2015). Zweitens: auch wenn das Sehen von Flecken oder Punkten von den Fon und Yoruba als Symptome für eine spirituelle Krankheit verstanden werden, wissen wir nicht, ob diese „Flecken“ tatsächlich Leuchtstruktur Mouches volantes sind, welche – obschon sie dunkel erscheinen können – eher transparent und leuchtend sind (Tausin 2012).

Trotzdem: es ist möglich, dass Mouches volantes von manchen Menschen als Symptom für „schwarze Magie“ interpretiert werden. Und dies macht sogar Sinn, wenn wir uns die heutigen westlichen Mouches volantes-Leidenden anschauen. Nicht nur erleben sie ihre Mouches volantes meist als störende dunkle Flecken, sondern viele leiden auch unter Stress, Angstzuständen, Depression und sogar Selbstmordgedanken, welche teils mit Antidepressiva behandelt werden (Degenerative Vitreous Community 2010, 2014). Da Leuchtstruktur Mouches volantes ein Bewusstseinsphänomen sind, reflektieren sie den psychophysiologischen Zustand des Beobachters oder der Beobachterin. Während also dunkle Flecken auf einen Zustand mentaler oder spiritueller Erschöpfung oder Disharmonie verweisen, bedeutet das Sehen von leuchtenden Kugeln und Fäden, dass wir mental und spirituell stark und ausbalanciert sind. In westafrikanischen Begriffen kann Ersteres auf „schwarze Magie“ zurückgeführt werden, Letzteres auf „weisse Magie“. Der Begriff „Magie“ impliziert zwar, dass wir die Opfer von äusseren Mächten sind, doch aus der Sicht der Seher sind wir selbst die Magier, die einen Einfluss darauf haben, ob unsere Magie – und unsere Kugeln und Fäden – „schwarz“ oder „weiss“ sind.

Danke, Study, für deinen Tipp!

Literatur/Links:
    - Bailey, Michael D. (2003): Historical Dictionary of Witchcraft (Historical Dictionaries of Religions, Philosophies, and Movements, Nr. 47). Lanham/Oxford: The Scarecrow Press

    - Degenerative Vitreous Community (2014): Extreme Stress and Anxiety? floatertalk.yuku.com (29.5.15)

    - Degenerative Vitreous Community (2010): Any Experience with Antidepressant? floatertalk.yuku.com (29.5.15)

    - Oguejiofor, Josephat Obi; Wendl, Tobias (Hg.) (2012): Exploring the Occult and Paranormal in West Africa. Berlin/Zürich: LIT

    - Vedic Wisdom (2010-2015): Black Magic Symptoms. www.blackmagicsymptoms.com (28.5.15)

    - Tausin, Floco (2012): Mouches volantes (MV) und andere subjektive visuelle Phänomene. www.mouches-volantes.com (30.9.14)

    - Zahan, Dominique (2005): West African Religions. In: Encyclopedia of Religions, hrsg. v. Mircea Eliade, 2. Aufl.: 9717-9722
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Kunst

Kunstwerke aus verschiedenen Kulturen und Zeiten, die entoptische Phänomene zeigen oder durch sie inspiriert sein könnten...

„Mouches volantes-Tafeln“ von Michael

Michael kennt viele der entoptischen Phänomene seit seiner Kindheit, hat sich bisher allerdings nicht wirklich darüber gewundert oder darin eine tiefere Bedeutung gesehen. Die Lektüre von „Mouches Volantes – Die Leuchtstruktur des Bewusstseins“ hat ihm nicht nur die Möglichkeit gegeben, seine Wahrnehmungen in einem neuen Licht zu verstehen, sondern auch, sie mit eigenen spirituellen Erfahrungen und Übungen zu verbinden. So hat ihn die Übung des „Doppelns“ – das konzentrierte Schielen auf zwei konzentrische, schwarzweisse Kreisfiguren (Tausin 2010) – an die „Tafeln von Chartres“ erinnert. Mit dieser alten europäischen Meditationsform, die durch die Roma überliefert wurde (Derlon 1978), hat Michael so manche intensive und herausfordernde Erfahrung machen dürfen. Nun hat er die Tafeln von Chartres mit Mouches volantes-Meditation verbunden und einige Übungstafeln entworfen, die er freundlicherweise für alle Interessierten zur Verfügung stellt.
„Mouches volantes-Tafeln“ in zwei Varianten von Michael, 2015.
„Mouches volantes-Tafeln“ in zwei Varianten von Michael, 2015.
(Download der Tafeln zum "Doppeln": RAR-Datei)
Die oberen, farbigen Tafeln lassen sich durch das Doppeln überlagern und zu einem violetten Kreis in der Mitte synchronisieren, der wiederum in Kontrast zum grünen Hintergrund steht. Als Effekt des Doppelns lassen sich die Synchronisierung der Hirnhälften und generell der dualen, komplementären Kräfte in uns nennen (Pennington 2002), dann auch die Steigerung des „inneren Drucks“ und letztlich die Erweckung des „inneren Sinns“ (Tausin 2009/2006). Die unteren, schwarzweissen Kreisfiguren funktionieren etwas anders: Hier sollen Leuchtstruktur Mouches volantes im weissen Kreis beobachtet werden. Damit gibt uns Michael eine Hilfe, um Mouches volantes in einem konzentrierten Zustand zu beobachten. Denn bei Konzentration – sowohl optisch und physiologisch, wie auch bewusstseinsmässig – werden die Mouches volantes kleiner, schärfer und leuchtend. Dies lässt sich beim Doppeln auf Mouches volantes am offenen Himmel beobachten. Doch wem dies schwer fällt, kann mit Michaels schwarzweissen Kreisfiguren probieren: Durch die Überlagerung wird das Doppeln stabil und die Mouches volantes lassen sich gut darin beobachten. Michael empfiehlt, die Tafeln auszudrucken und sie im Sonnenlicht, anstatt am Monitor zu betrachten.
Literatur/Links:
    - Derlon, Pierre (1978): Die Gärten der Einweihung. Basel: Sphinx Verlag

    - Pennington, George (2002): Die Tafeln von Chartres. Die gnostische Schau des Westens. Düsseldorf: Patmos

    - Tausin, Floco (2009/2006): Meditation mit offenen Augen – Der visuelle Weg zur Entwicklung des Inneren Sinns. In: GreenBalance 13. www.greenbalance.at (27.5.15)
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Wissenschaft

Neuigkeiten aus Medizin und Kulturwissenschaft zum Thema Mouches volantes und entoptische Phänomene.

Mouches volantes oder Raumschiffe? – Erich von Däniken

Von Däniken, Erich (1969): Die Kugel – Idealform für kosmische Fahrzeuge. Kapitel in: Zurück zu den Sternen. Argumente für das Unmögliche. Düsseldorf/Wien: Econ
Waren die Götter in Wirklichkeit Astronauten? Wurde die Erde in prähistorischen Zeiten von Ausserirdischen besucht? Wurden wir von ihnen beeinflusst oder gar erschaffen? Um diese Fragen kreist das umstrittene Werk des Schweizer Autors Erich von Däniken (EvD). Der unermüdliche Götterforscher ist im April dieses Jahres 80 Jahre alt geworden. Seit einem halben Jahrhundert versucht er zu zeigen, dass intelligente Ausserirdische mit ihren Raumschiffen vor tausenden von Jahren zur Erde geflogen sind. Dass sie die Menschen in ihrer Entwicklung beeinflusst haben. Und dass deren Präsenz in der Kunst der frühen Menschen bezeugt ist. Solche Gedanken wurden zwar schon vor EvD geäussert. Doch seine ersten prä-astronautischen Bücher trafen in den 1960er Jahren den Nerv der Zeit – einer Zeit, als die erste Mondlandung die Fantasie der Menschen anregte und den Science Fiction beflügelte – auf fruchtbaren Boden. Was verbindet den erfolgreichsten Schweizer Autor – 37 Werke in Dutzende Sprachen übersetzt, 70 Millionen verkaufte Exemplare – mit Mouches volantes? Die Kugel- oder Kreisform, die er in den Quellen längst verflossener Kulturen und Zivilisationen erforscht.
Fresko aus dem 16. Jahrhundert an der Wand des Visoki Kloster Decani im Kosovo
Alte Texte und archäologische Funde rund um den Globus haben Erich von Däniken davon überzeugt, dass die ersten Raumfahrzeuge, die die Erde vor vielen tausend Jahren erreichten, Kugelform gehabt haben. Fresko aus dem 16. Jahrhundert an der Wand des Visoki Kloster Decani im Kosovo. (Quelle)

Bereits in seinem ersten Buch, Erinnerungen an die Zukunft (1968), macht EvD auf Kreise, Kugeln oder Räder in den Texten und Kunstwerken der Sumerer, Griechen, Maya sowie in der Bibel aufmerksam. Er findet „Kugeln, auf denen undefinierbare Wesen sitzen und durch die Luft reiten“, oder Personen, „die auf Kugeln mit Flügeln reiten“, während aneinandergereihte Kugeln bei ihm zur „Reliefdarstellung eines Luftschiffes“ werden können. Dass prähistorische oder antike Kugeldarstellungen als Luft- oder Raumschiffe zu verstehen sind, vertieft er in seinem zweiten Buch Zurück zu den Sternen (1969). Hier widmet EvD der Kugel ein eigenes Kapitel und untersucht sie als „Idealform für kosmische Fahrzeuge“: „Alte Texte und archäologische Funde rund um den Globus haben mich davon überzeugt, dass die ersten Raumfahrzeuge, die die Erde vor vielen tausend Jahren erreichten, Kugelform gehabt haben.“ Denn die Kugel erlaube gefahrlose Kurskorrekturen und erzeuge durch Eigenrotation künstliche Gravitation. Darauf beginnt er, „die ersten Brocken der Menschheitsüberlieferung aus dieser ‚kosmischen Kugelsicht‘ zu betrachten“: Laut einem polynesischen Ursprungsmythos könnte die anfängliche „kreisende Leere“ (po) ein kugelförmiges Raumschiff gewesen sein, das sich der Erde näherte und deren Besatzung dort Leben erschuf. Ein Schöpfungsmythos der mesoamerikanischen Maya berichtet von Göttern, die in mehreren Anläufen die ersten Menschen erschufen und sich danach wieder in den Himmel erhoben zu dem, „der-im-Dunkeln-sieht“ (Dabavil) – woraus EvD auf die Vorstellung von Steinkugeln schliesst, in denen die Götter wohnen, und die den Ballspielkult inspiriert haben könnte. Eine Schöpfungslegende der kolumbianischen Chib-cha wiederum berichtet von einem „Etwas-Haus“, aus dem Licht strahlte und am Anfang der Zeit die Welt entstehen liess. Die in vielen Kulturen verbreitete Sage von dem kosmischen Ei, aus dem die Welt und das Leben entstand, könnte „ein authentische[r] Bericht über ein Raumfahrzeug von fremden Sternen“ sein. In den umfangreichen tibetisch-buddhistischen Schriftsammlungen Kandschur und Tandschur ist von „Perlen am Himmel“ oder „durchsichtigen Kugeln“ als Götterbehausungen die Rede. Auch im Tassili-Gebirge in der algerischen Sahara sind Felszeichnungen von Kugelgebilden zu finden. Ausführlicher berichtet EvD von den rätselhaften und teils tonnenschweren Granit- oder Lavakugeln in Costa Rica – rätselhaft, weil unklar ist, durch welche Technologien sie so präzise hergestellt und in verlassene und unwirtliche Gegenden wie den Dschungel oder hohe Berge gebracht werden konnten.

„Kreise, Kugeln und Bälle gibt es auf Schritt und Tritt“, stellt EvD fest. Und „alle Kugeln und Kreise – ob in den Schöpfungsmythen, ob auf prähistorischen Zeichnungen oder auf späteren Reliefs oder Bildern – stellen ‚Gott‘ oder die ‚Gottheit‘ dar.“ Seine Forschungen und Forschungsreisen würden dafür sprechen, „dass die prähistorischen Kugeln – und alle ihre Darstellungen in Reliefs und an Höhlenwänden – in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Besuch fremder Intelligenzen stehen, von Intelligenzen, die in einer Kugel auf unserem Planeten gelandet sind. Sie wussten bereits und hatten es erprobt, dass die Kugel die zweckmässigste Form für interstellare Raumflüge ist.“

Kommentar von Floco:
Leidenschaft für eine inspirierende Idee, freundliche Bestimmtheit in öffentlichen Auftritten, verständliche Darstellung für ein breites Publikum, unermüdliches Forschen und Schaffen sowie ein grosszügiger Umgang mit Fakten und Wahrheiten – dies alles gehört zum Phänomen Erich von Däniken. Gerade durch Letzteres hat EvD von Anfang an jede Menge Angriffsfläche geboten für Archäologen und andere „Erbsenzähler“, wie er sich auszudrücken pflegt. So ist klar, dass kritische Geister die Hypothese ablehnen, dass die alten Kreis- und Kugeldarstellungen wirklich auf Raumschiffe hindeuten. Tatsächlich braucht es schon Fantasie, um in mythischen Beschreibungen oder dem frühen Kunsthandwerk den Einfluss ausserirdischer Intelligenzen zu sehen, oft muss die Kugelform selbst hinzu gedichtet werden, so im polynesischen po, bei den „im Dunkeln sehenden“ Maya-Göttern oder beim „Etwas-Haus“ der Chib-cha – die Konzepte sind nicht in jedem Fall überprüfbar. Ja, EvD haut in die Kerbe des Unerklärlichen, wo sich seit eh und je Religionen, Mythen und unglaubliche Geschichten aller Art entfalten. Er hat bis heute keinen Beleg über den Besuch von Ausserirdischen auf unserer Erde vorlegen können. Und sein Bericht über den Kontakt zu einem Ausserirdischen (Tomy und der Planet der Lüge, 2006) hat ihn nicht gerade glaubwürdiger gemacht.

Sind EvDs Thesen also nur Unfug? Nicht ganz, denn sein Werk zeigt Grundlegenderes. Etwa, wie wenig wir über unsere Vergangenheit wissen und wie einseitig und begrenzt ein Spezialistentum sein kann, das nicht über die Fachgrenzen hinweg forscht. Auch die Archäologie, Anthropologie und Frühgeschichte suchen Antworten auf „Rätsel“. Allein in den Forschungen zur alten Kunst Mesoamerikas gibt es Dutzende Interpretationen der dargestellten gepunkteten oder konzentrischen Kreise (siehe den Hauptartikel in dieser Ausgabe). Nicht nur kann keine von ihnen als gesichert gelten oder allgemeine Gültigkeit beanspruchen. Sondern um plausibel zu sein müssen sie auch an das geteilte und akzeptierte Wissen anknüpfen können, was aber kaum Innovationsschübe mit sich bringt. Dabei lässt sich viel gewinnen, wenn der Geist frei umherschweifen darf, wenn die Kugeldarstellungen alles Vorstellbare sein können, von Gestirnen, Blumen oder Edelsteinen über entoptische Erscheinungen wie Mouches volantes bis hin zu UFOs. Dies ist es, woran EvDs wilde Raumzeitsprünge erinnern, nämlich an die Bedingtheiten unserer Existenz, insbesondere daran, wie selbstverständlich wir unser Leben hinnehmen, wie wenig wir zu träumen wagen, aber auch welche Möglichkeiten sich eröffnen, wenn das Bewusstsein sich ganz in jenes Licht vertieft, das stets zum Greifen nah erscheint.

Literatur/Links:
    - JVon Däniken, Erich (1968): Erinnerungen an die Zukunft. Ungelöste Rätsel der Vergangenheit. Düsseldorf: Econ Von Däniken, Erich (1969): Zurück zu den Sternen. Argumente für das Unmögliche. Düsseldorf/Wien: Econ

Zu guter Letzt

Feedback des Quartals

Radiance from Your Heart ~ Daniel B Holeman visionäre Kunst.
“So viel Unsinn habe ich selten auf einem Fleck gesehen.”
-- R.B.
“Als Kind dachte ich, davon kann ich keinem erzählen, sonst zähle ich als verrückt. Später dachte ich die Fäden und Formen kommen nur wenn ich müde bin... aber seit deinen Infos werde ich sie mehr beachten und wertschätzen.... mir wieder erträumen...”
-- Devajyoti
Herzlichen Dank für die kritischen und unterstützenden Feedbacks. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sommer voller Licht im Innen und Aussen! Smile
-- Floco Tausin