Mouches Volantes: Leuchtstruktur des Bewusstseins und Meditation mit offenen Augen.
Fragen und Antworten von Floco Tausin zum Thema: Glaskörpertrübungen bzw. Mouches volantes  oder fliegende Mücken.
Mouches volantes und das Bewusstsein
Ganzheitlich Sehen: Floco Tausin's Newsletter.
Eine Sammlung von Links zum Thema Mouches volantes.
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News: Ganzheitlich Sehen

"Ganzheitlich Sehen"

2/17 (Nr. 41)
ISSN 1662-808X
Ganzheitlich Sehen News Linie
Inhalt

1) Hauptartikel : Die Leuchtstruktur im antiken Griechenland – Teil 1: Ornamentik, Mythen und Religion
2) Leuchtstruktur in Natur: Die Zelle
3) Bilder und Stimmen: Pforte von Anurag Uke
4) Nestors Praxistipps: Himmlische Lichtverhältnisse

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Einführung

Meditation mit offenen Augen – das neue Buchprojekt

„Ganzheitlich Sehen“ ist der Newsletter des Autors und Bewusstseinsforschers Floco Tausin. Er begleitet die Entstehung des neuen Buches „Neun Lichter“, die Fortsetzung von „Mouches volantes“.
Neues Buchprojekt: Neun Lichter - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins.
Neues Buchprojekt: Neun Lichter - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins. (Quelle)

Thema des neuen Buches sind wieder die Gespräche zwischen Floco, Nestor und den Seherinnen und Sehern der „linken Seite der Emme“. Erstmals begegnet Floco aber auch anderen Schülerinnen und Schülern, die das Sehen lernen. Im Mittelpunkt der Gespräche und Begegnungen steht das ganzheitliche Sehen der transparenten fliegenden Punkte und Fäden im Blickfeld, den so genannten „Mouches volantes“. Erforscht und beschrieben werden sie als Konzentrationsgegenstand für die Meditation mit offenen Augen; als leuchtende Bewusstseinsstruktur, in welcher wir einen Weg zu unserem Ursprung zurücklegen; sowie als Ursache von Erscheinungen in Natur und Kultur.

Hauptartikel

Die Leuchtstruktur im antiken Griechenland – Teil 1: Ornamentik, Mythen und Religion

Ixion wird an ein fliegendes und brennendes Rad gekettet. Detail einer rotfigurigen Vasenmalerei, ca. 5./4. Jh. v. Chr.
Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Bewusstseinslicht? Der Blick auf die Kunst früherer Kulturen lässt vermuten, dass Mouches volantes einst eine spirituelle Bedeutung hatten. In diesem Artikel werden Mouches-volantes-Motive in der antiken griechischen Kultur vorgestellt.

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Leuchtstruktur in Natur

Für die Seher ist Bewusstsein die Ursache für alles Existierende. Aus dem fliessenden Bewusstseinslicht entsteht die Leuchtstruktur. Deren Grundprinzipien organisieren im Grossen wie im Kleinen den Aufbau und das Funktionieren von Leben. Der Blick in die Natur eröffnet einen Zugang zu den leuchtenden Kugeln und Fäden.

Die Zelle

Ein erwachsener Mensch besteht aus 100 Billionen Zellen, zweieinhalb Millionen km lang wäre eine Kette aus allen diesen Zellen, sechzig Mal könnte man sie um den Erdäquator wickeln. Seit Geburt leben wir mit diesen „kleinen Tierchen“, wie der Naturforscher und Mikroskopbauer Antoni van Leeuwenhoek sie zu Beginn der Zellbiologie im 17. Jh. nannte. Denn Zellen sind kleinste Lebenseinheiten. Es sind strukturierte Systeme, die sich abgrenzen, auf Umweltreize reagieren, Stoffwechsel betreiben, sich durch Zellteilung vermehren und schliesslich sterben. Zellen können einzelne Organismen sein, wie im Fall von einzelligen Bakterien oder Archaeen. Oder sie bilden mehrzellige Organismen, wobei die einzelne Zelle ihre Selbstständigkeit verliert und in Geweben eine bestimmte Funktion wie Stützung, Motorik, Sekretion oder Erregungsleitung erfüllt.

Viele Menschen beschreiben ihre deutlich umrissenen, transparenten und harmlosen Leuchtstruktur Mouches volantes intuitiv als Zellen (Tassignon u.a. 2016). Auch manche Physiologen hielten die Leuchtstruktur Mouches volantes für Zellen – Zellen, die etwa als Resten der embryonalen Entwicklung im Glaskörper zurückgeblieben sind (Matsumoto 1968). Heutige Augenärzte jedoch erklären die Leuchtstruktur Mouches volantes eher als verklumpte zellenlose Glaskörperstrukturen, während pathologische Mouches volantes rote Blutkörperchen oder pigmentierte Zellen sind, die von Netzhautrissen und Entzündungen stammen (Milston u.a. 2016). Mein eigener Vorschlag ist, dass wir die rezeptiven Feldeigenschaften von retinalen Nervenzellen sehen. Dies entspricht einer Bewusstwerdung von neuronalen Signalen auf einer frühen Verarbeitungsstufe, wo diese noch nicht zu komplexen Bildern verarbeitet worden sind (Tausin 2009).
Unbefruchtete Kuh-Eizellen unter dem Mikroskop.
Unbefruchtete Kuh-Eizellen unter dem Mikroskop. (Quelle)

Handelt es sich bei den Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur also um Zellen? Für die Seher stellt sich der Sachverhalt anders herum dar: Nicht Leuchtstruktur Mouches volantes sehen wie Zellen aus, sondern Zellen wie die Leuchtstruktur – weil sie nach dem Prinzip der Leuchtstruktur aufgebaut sind. Zwar sind Zellen nur selten schön kreisrund wie die Leuchtkugeln, und sie reihen sich auch nur selten zu Kugelketten aneinander. Ausnahmen sind hier die runden Eizellen von weiblichen Säugetieren und Frauen, sowie die Kettenanordnung mancher Kugelbakterien (Streptokokken). Aber was alle Zellen gemeinsam haben, entspricht dem grundlegenden Aufbau der Leuchtstruktur: sie haben eine äussere Membran, einen helleren Teil im Inneren – das Zellplasma mit Nährstoffen, Proteinstrukturen und Organellen – sowie einen dunkleren Kern oder Kernäquivalent im Zentrum mit dem Erbgut. Der Dualismus zwischen Kern und Umfeld wird auch durch die jeweiligen Funktionen unterstrichen: der Kern ist die Steuerzentrale, das Umfeld der gesteuerte oder ausführende Bereich.

Die Leuchtstruktur ist Teil eines Energieaustausch-Systems: Unsere Lebenskraft beziehen wir aus dem Licht der Leuchtstruktur und verbrauchen sie für Lebensfunktionen und Handlungen. Der Seher oder die Seherin jedoch gibt sie als Ekstase zurück in die Leuchtstruktur und verstärkt somit deren Leuchten. In ähnlicher Weise betreiben auch Zellen Stoff- und Energiewechsel. Nach klassischer Lehre wandeln sie Stoffe in Energie oder in andere, für den Körper notwendige Stoffe um, aus dem sie wiederum die Energie für ihre Aktivität beziehen. Doch seit einigen Jahrzehnten zeichnet sich ab, dass der zelluläre Energieaustausch auch in der Form von Licht stattfindet. Ein Team um den deutschen Biophysiker Fritz-Albert Popp hat in den 1970er Jahren ultraschwache Lichtstrahlung in lebenden Zellen nachgewiesen und sie „Emission von Biophotonen“ genannt. Wie und wozu das geschieht, ist in der Biologie umstritten. Popp selbst vermutet, dass Biophotonen durch Elektronen erzeugt werden, die von Sonnenlicht angeregt sind. Aber auch, dass es sich um kohärente, also kommunikativ-ordnende Lichtinformation handelt. Diese koordiniert die biologischen Vorgänge innerhalb und zwischen den Zellen – eine Idee, die in der Biologie meist verworfen wird, in der Alternativmedizin hingegen Anwendung findet. Mittlerweile dienen die Biophotonen auch als Ansatz, um entoptische Phänomene wie Phosphene und Eigengrau (auch Eigenrauschen, visual snow/noise, dark noise) zu verstehen (Li 2016; Bókkon/Vimal 2009; Bókkon 2008). Auch das Licht in der Leuchtstruktur lässt sich als Emission von Biophotonen begreifen, sofern die Leuchtstruktur Mouches volantes auf neuronale Aktivität zurückgeführt wird (Tausin 2009). Aber ob es sich nun um genau dasselbe Licht handelt oder nicht – zentral ist, dass uns sowohl aus den Zellen wie aus der Leuchtstruktur „Lebensenergie“ entgegenleuchtet.

Von der Biophotonenemission wird ausserdem gesagt, dass sie das Wachstum, und damit die Zellteilung anregt. Durch das kommunikativ-ordnende Licht entwickelt sich im Fall des Menschen aus einer einzigen befruchteten Eizelle ein komplexer Organismus aus Hunderten von Zelltypen und Billionen von Zellen. Die ersten Zellen, die Stammzellen, sind so potent, dass sie sich in alle möglichen Zelltypen differenzieren können (Pluripotenz). Die zellbiologische Betrachtung der Entstehung von Lebewesen widerspiegelt damit die Entstehung des Kosmos aus einer einzigen – und dann aus einigen wenigen – potenten Leuchtkugeln. Diese bilden eine immer komplexer werdende Struktur, die auf jeder weiteren Schicht Licht und Materie auf immer differenziertere und spezifischere Weise anordnet. Auf diese Weise, sagen die Seher, ermöglicht die Leuchtstruktur Leben und Welt, wie wir sie kennen.

Literatur/Links:
    - Bischof, Marco (2002): Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen. Feinstoffliche Felder zwischen Mythos und Wissenschaft. AT Verlag
    - Bókkon, István (2008): „Phosphene phenomenon: A new concept“. BioSystems 92: 168-174
    - Bókkon, István; Vimal, Ram Lakhan Pandey (2009): „Retinal phosphenes and discrete dark noises in rods: A new biophysical framework“. Journal of Photochemistry and Photobiology B: Biology 96: 255-259
    - „Das Licht des Lebens. Die Entdeckung der Biophotonen (Auszüge aus einem Interview von Mathias Bröckers mit Prof. Dr. Fritz A. Popp – erschienen als Einführung in dessen Buch ‚Die Botschaft der Nahrung‘, 1999)“. Broeckers.com (20.8.17)
    - Li, Zehua; Dai, Jiapei (2016): „Biophotons Contribute to Retinal Dark Noise“. Neuroscience Bulletin 32, Nr. 3: 246-252
    - Matsumoto, Shin-ichi (1968): Weitere Studien über entoptische Erscheinungen (1): eine dermatologische Beobachtung; weiterer Beitrag zur Erforschung des Mückensehens durch Formelemente epithelialer Herstammung. Osaka-Takatsuki: The Osaka Medial College
    - Milston, Rebecca u.a. (2016): „Vitreous floaters: Etiology, diagnostics, and management“. Survey of Ophthalmology 61: 211-227
    - Tassignon, Marie-José u.a. (2016): „Subjective Grading of Subclinical Vitreous Floaters“. Asia-Pacific Journal of Ophthalmology 5, Nr. 2: 104-109
    - Tausin, Floco (2009): „Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Nervensystem? Teil 3“ Ganzheitlich Sehen (2/09). www.mouches-volantes.com (17.8.17)
    - Tausin, Floco (2007): „Nestors Sehtheorie – eine Zusammenfassung“. Ganzheitlich Sehen (2/07). www.mouches-volantes.com (25.8.13)
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Bilder und Stimmen

Wie gehen heutige Menschen mit ihren Leuchtkugeln und Leuchtfäden um? Zu welchen Gedanken und Handlungen werden sie inspiriert? Bilder und Stimmen von Leserinnen und Lesern.

Pforte von Anurag Uke

Der Grafikkünstler Anurag Uke hat ein bemerkenswertes Video über ein entoptisches Phänomen geschaffen, das er sieht, und das er als „Pforte“ beschreibt. Es ist die Erscheinung einer Wolke, die für Anurag genauso aussieht wie das Gebilde, das der Leser Dino schon vor einigen Jahren beschrieben hat (Holistic Vision 1/09). Bei Dino hatte ich vorgeschlagen, dass es sich um eine noch nicht beleuchtete, undeutliche Leuchtfadenformation handeln könnte. Doch damals hatte ich nur das Bild, nicht aber die Bewegung, die Anurag jetzt mit seinem Video liefert. Sein Video zeigt eine Wolke, die pulsiert, oder genauer: Die Wolke besteht aus spontan erscheinenden Feldern, die sich auf einen unsichtbaren Mittelpunkt hin zusammenziehen.

Da die Leuchtstruktur nicht pulsiert, ist dies eine andere entoptische Erscheinung. Aus seherisch-energetischer Perspektive könnte dies ein Energiefeld um die hintersten, kleinsten Leuchtkugeln sein. Aus physiologischer Sicht kann ich nur vermuten: Das Pulsierende deutet auf einen Zusammenhang entweder mit dem Blutkreislauf oder mit Wellen im neuronalen Sehsystem hin. Im ersten Fall kämen typischerweise die Sternchen (blue field entoptic phenomenon) in Betracht, wobei diese nicht als Felder, sondern als einzelne Leuchtkügelchen erscheinen. Wohl eher handelt es sich um eine Art von Phosphen. Phosphene erscheinen häufig als drehende, expandierende oder kontrahierende Tunnel oder Kaleidoskope.
Anurag Uke (2017): ohne Titel.
Anurag Uke (2017): ohne Titel.

Es ist also nachvollziehbar, wenn Anurag seine Erscheinung als Pforte beschreibt. Und genau diese Interpretation erklärt vielleicht auch, weshalb die Vorstellung von einer Pforte, einem Eingang oder einem Tor tief in unserem kulturellen und symbolischen Repertoire verankert ist. Eine Pforte ist ein Eingang in einen ansonsten unzugänglichen, anderen Bereich. Von daher hat die Pforte gerade im mythischen, religiösen und spirituellen Zusammenhang eine hohe Symbolkraft. Hier steht sie für den Zugang – oder Ausschluss – zu einem anders- oder innerweltlichen Bereich, der dem Mensch aufgrund seiner menschlichen Bedingtheit verwehrt ist. Erst wenn der Mensch würdig ist – z.B. reif, rein, wissend, weise, gerecht, erwacht, erleuchtet, transzendiert oder aus dem Körper entschwunden – darf er durch die Pforte schreiten. Diese Pforte kann ausserhalb des Menschen gedacht werden, so die Pforten zu übernatürlichen Himmels- und Paradieswelten. Oder sie wird als innerlich-mystischen Durchgang zu anderen Verständnis-, Erfahrungs- und Wahrnehmungsräumen empfunden: Von Johann Valentin Andreaes Chymische Hochzeit, über William Blakes The Marriage of Heaven and Hell und – davon inspiriert – Aldous Huxleys Pforten der Wahrnehmung bis zu vielen neoschamanischen, magischen, alternativ spirituellen und esoterischen Autorinnen und Autoren – oft dient die Pforte als Metapher, um den Beginn neuer Abschnitte der Bewusstseinsentwicklung zu beschreiben.

Doch womöglich ist die spirituelle Pforte nicht einfach nur eine Metapher. Etliche Nahtod-Erfahrende, Schamanen und Klarträumer berichten von Tunneln, Röhren, Gängen, durch die sie beim Übertritt in die Anderswelt gehen. Man kann einwenden, dass diese Visionen noch aus dem Gedächtnis von realweltlichen Erscheinungen geprägt sind. Doch auch manche abstrakten entoptische Gebilde wie die Phosphene legen subjektive visuelle Zentren im Fokus des Blicks nahe. Und für die Leuchtstruktur berichten die Seher, dass sie auf eine einzige Kugel zugehen. Sie vermuten, dass diese Kugel ein Eingang in diese Struktur und damit auch eine Pforte ist. Entoptische Erscheinungen könnten damit die ursprüngliche seherische Grundlage für die symbolische Verwendung der Pforte sein.

Danke, Anurag, für dein Video und die Inspiration!

Literatur/Links:
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Nestors Praxistipps

Das Sehen von Mouches volantes ist eine sehr einfache und leicht zugängliche Übung. Um es aber zur meditativen Praxis zu entwickeln, können einige Tipps von Nestor helfen.

Himmlische Lichtverhältnisse

Die Leuchtstruktur widerspiegelt die Lichtverhältnisse im Innen und Aussen. Je grösser die Fähigkeit zur Konzentration (Ganzheitlich Sehen 3/13) und zur Ekstase (Ganzheitlich Sehen 1/13), desto stärker leuchten die Punkte und Fäden. Dies ist der Grund, weshalb die Leuchtstruktur auch im Dunkeln gesehen werden kann (Tausin 2010).

Doch auch die äusseren Lichtverhältnisse tragen zum Leuchten der Leuchtstruktur bei. Denn es ist auch das äussere Licht, das uns speist und das die Energie für das Sehen mit dem Inneren Sinn, sowie für die Konzentration und die Ekstase liefert. Für das Sehen eignet sich somit der Blick in den Himmel bei Tag. Im Weiteren beeinflusst der Zustand des Himmels die Erscheinung der Leuchtstruktur. Der Blick auf dunkle Regenwolken nimmt weniger Licht für das Sehen auf als der Blick in einen wolkenlosen Himmel. Ein durchzogener Himmel mit fantastischen Wolkenformationen sind ein Augenschmaus, für das Sehen jedoch eher ablenkend. Hier eignet sich der Blick auf grössere weisse Flächen. Ein weitgehend wolkenloser oder aber gleichmässig bewölkter Himmel bietet die beste Sehfläche. Optimal ist ein Himmel mit feinem Hochnebel, der von der Sonne beleuchtet wird. Es ist kein Zufall, dass der Künstler Shane in seinem „Kopfkino“-Experiment sowie Ganzfeld-Künstler generell gerade diese Flächeneigenschaften – gleichmässig, unstrukturiert, beleuchtet – für die Erzeugung entoptischer Erscheinungen und der Leuchtstruktur einsetzen (Ganzheitlich Sehen 1/16).

Himmlische Lichtverhältnisse bei der  Meditation mit offenen Augen.
Himmlische Lichtverhältnisse bei der Meditation mit offenen Augen. (Quelle)

Es gibt aber auch ein Zuviel des Guten. Insbesondere, wenn wir von drinnen ins Freie gehen um zu sehen, sollten wir unseren Augen einen Moment der Gewöhnung gönnen, bevor wir in den Himmel blicken. Ein paar Minuten der Stille beispielsweise, oder ein paar Aufwärmübungen (Ganzheitlich Sehen 1/17). Direkte Sonnenlichteinstrahlung ist für die Meditation mit offenen Augen natürlich zu meiden. Die Hinwendung zur Sonne lässt sich aber nutzen, wenn wir unsere Leuchtstruktur durch geschlossene Augen oder durch die Wimpern der zusammengekniffenen Augen betrachten möchten. Die Streuung des Sonnenlichts durch die Wimpern lässt die Kugeln und Fäden sehr deutlich erscheinen. Daneben erscheint auch das „Meer aus Kugeln“ bzw. die Makulachagrin (Ganzheitlich Sehen 4/10) sowie ggf. die im tibetischen Dzogchen-Buddhismus bedeutsamen Regenbogenkreise (Holistic Vision 2/12). Wer sich mit geschlossenen Augen der Sonne zuwendet, kann ebenfalls seine Leuchtpunkte und Fäden sehen. Zwar kann der dunklere Hintergrund die Leuchtkraft der Kugeln und Fäden mindern, dafür entlasten die geschlossenen Lider die Muskulatur um die Augen. Dies ermöglicht ein entspannteres Sehen.

Literatur/Links: