Mouches Volantes: Leuchtstruktur des Bewusstseins und Meditation mit offenen Augen.
Fragen und Antworten von Floco Tausin zum Thema: Glaskörpertrübungen bzw. Mouches volantes  oder fliegende Mücken.
Mouches volantes und das Bewusstsein
Ganzheitlich Sehen: Floco Tausin's Newsletter.
Eine Sammlung von Links zum Thema Mouches volantes.
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News: Ganzheitlich Sehen

"Ganzheitlich Sehen"

3/20 (Nr. 50)
ISSN 1662-808X
Ganzheitlich Sehen News Linie
Inhalt

1) Hauptartikel: Mouches volantes in den Religionen: Der Hinduismus – Teil 1: Kosmos und Tattvas; Atman und Brahman; Netz, Faden, Perlenkette
2) Leuchtstruktur in Natur: Früchte
3) Bilder und Stimmen: Harmonie
4) Nestors Praxistipps: Geduld

Ganzheitlich Sehen News Linie
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  • Natur
  • Bilder/Stimmen
  • Nestors Tipps

Einführung

Meditation mit offenen Augen

Neues Buchprojekt

„Ganzheitlich Sehen“ ist der Newsletter des Autors und Bewusstseinsforschers Floco Tausin. Er begleitet die Entstehung des neuen Buches „Neun Lichter“, die Fortsetzung von „Mouches Volantes“.
Neues Buchprojekt: Neun Lichter - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins.
Neues Buchprojekt: Neun Lichter - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins. (Quelle)

Thema des neuen Buches sind wieder die Gespräche zwischen Floco, Nestor und den Seherinnen und Sehern der „linken Seite der Emme“. Erstmals begegnet Floco aber auch anderen Schülerinnen und Schülern, die das Sehen lernen. Im Mittelpunkt der Gespräche und Begegnungen steht das ganzheitliche Sehen der transparenten fliegenden Punkte und Fäden im Blickfeld, den so genannten „Mouches volantes“. Erforscht und beschrieben werden sie als Konzentrationsgegenstand für die Meditation mit offenen Augen; als leuchtende Bewusstseinsstruktur, in welcher wir einen Weg zu unserem Ursprung zurücklegen; sowie als Ursache von Erscheinungen in Natur und Kultur.

Hauptartikel

Mouches volantes in den Religionen: Der Hinduismus – Teil 1: Kosmos und Tattvas; Atman und Brahman; Netz, Faden, Perlenkette

Krishna hält das Universum zusammen „wie die Schnur eine
Perlenkette.
Mouches volantes – Glaskörpertrübung oder Bewusstseinslicht? Der Blick auf Religionen lässt vermuten, dass Mouches volantes für viele Menschen eine spirituelle Bedeutung hatten. In diesem Artikel werden Mouches-volantes-Motive im indischen Yoga vorgestellt.

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Leuchtstruktur in Natur

Für die Seher ist Bewusstsein die Ursache aller Existenz. Aus dem fliessenden Bewusstseinslicht entsteht die Leuchtstruktur. Deren Grundprinzipien organisieren im Grossen wie im Kleinen den Aufbau und das Funktionieren von Leben. Der Blick in die Natur eröffnet einen Zugang zu den leuchtenden Kugeln und Fäden.

Früchte

Tomaten sind Beeren. Melonen, Kürbisse und Orangen ebenso. Brombeeren und Himbeeren hingegen sind keine Beeren, sondern zusammengelagerte Steinfrüchte. Mandeln und Kokosnüsse sind ebenfalls Steinfrüchte, keine Nüsse. Genauso wenig wie die Erdnuss – die ist eine Hülsenfrucht. Die Erdbeere hingegen ist eine Sammelnussfrucht.

Botanikerinnen und Botaniker haben ein anderes Verständnis von Früchten als wir es aus unserem Alltag gewohnt sind. Hier werden nicht Früchte, Nüsse und Gemüse unterschieden, je nachdem, ob sie süss sind, roh gegessen werden und von ein- oder mehrjährigen Pflanzen stammen. Sondern eine Frucht ist grundsätzlich jenes Organ einer Pflanze, das aus einer Blüte entsteht und die Samen der Pflanze enthält. Unterschieden werden Früchte nach Kriterien wie der Anzahl der beteiligten Fruchtblätter, der Position in der Blüte, der Beschaffenheit des Fruchtgehäuses (Perikarp) und der Freigabe der Samen. Im Gegensatz zu anderen Samenpflanzen wird der Samen im Fall der Blütenpflanzen von der Frucht umschlossen. Daher werden Blütenpflanzen auch „Bedecktsamer“ (Angiosperme) genannt.
Unterscheidung der Früchte: Streufrüchte setzen ihre Samen bei Reife frei - bei Schliessfrüchten muss die Frucht erst verrotten oder verdaut werden, um den Samen freizusetzen.
Eine generelle Unterscheidung der Früchte: Streufrüchte (auch Öffnungsfrüchte oder Spaltfrüchte) setzen ihre Samen bei Reife frei. Bei Schliessfrüchten muss die Frucht erst verrotten oder verdaut werden, um den Samen freizusetzen. Quelle: Gemeinholzer 2018.

Blütenpflanzen sind vor rund 250 Mio. Jahren aus anderen Samenpflanzen hervorgegangen. Seitdem bilden sie eine wichtige Grundlage für die Ernährung der Tiere und später des Menschen. Heute hängt die Ernährung der Weltbevölkerung fast vollständig von den Früchten der Blütenpflanzen ab. Dazu gehören insbesondere Süssgräser wie Reis, Mais und Weizen; Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen; und jene Stein-, Kern-, Beeren- und Schalenfrüchte, die wir als Obst, Gemüse und Nüsse kennen. Doch die Blütenpflanzen und ihre Früchte haben unsere Kultur auch anderweitig geprägt: Seit Jahrtausenden inspirieren sie das Kunsthandwerk und sind Teil von Ritualen und Zeremonien. Ausserdem produzieren viele Blütenpflanzen chemische Verbindungen für ihre Reproduktion und Verteidigung, die heute aus Industrie und Kultur nicht mehr wegzudenken sind. Beispiele sind Terpene und Terpenoide wie Menthol, Kampfer und Kautschuk; Phenole, die antioxidativ wirken und Aromen wie Zimt, Ingwer, Chili und Vanille hervorbringen; sowie Alkaloide wie Koffein, Nikotin, Kokain und Meskalin, die als psychoaktive Substanzen das menschliche Nervensystem anregen.

Wir haben bereits gesehen, wie die Prinzipien der Leuchtstruktur die Leitgefässe von Pflanzen geprägt haben könnten (vgl. News 1/20). Dieselben Prinzipien finden wir auch im Aufbau der Früchte wieder. Das Fruchtgehäuse besteht aus drei Gewebetypen: die äussere Haut (Exokarp), die mittlere Gewebeschicht (Mesokarp) und das innere Gewebe um den Samen (Endokarp). Früchte sind also Kern-Umkreis-Strukturen, wie sie auch in der Leuchtstruktur zu finden sind. Besonders augenfällig ist dies bei manchen Schliessfrüchten, die einen einzelnen Samen umschliessen.

Verschiedene Typen von Schliessfrüchten.
Typen von Schliessfrüchten: A) Nussfrucht, z.B. Haselnuss; B) Steinfrucht, z.B. Nektarine; C) Beerenfrucht, z.B. Tomate. Quelle: Wild 2016.

Bei Schliessfrüchten können die drei Gewebeschichten entweder fleischig oder verholzt sein. Dadurch entstehen mehrringige Gebilde mit unterschiedlichen Dichten, die an die zwei Typen von Leuchtkugeln sowie ihre Formen zwischen Entspannung und Konzentration erinnern. Steinfrüchte wie Pfirsiche, Kirschen oder Oliven widerspiegeln am ehesten die Leuchtkugeln mit dunklem (d.h. dichtem) Kern und hellem Umkreis. Nussfrüchte wie die Haselnuss oder die Walnuss mit dem verholzten Perikarp und dem weicheren Samen hingegen erscheinen als Leuchtkugeln mit hellem Kern und dunklem Umkreis.

Steinfrucht Pfirsich.
Steinfrucht Pfirsich. Quelle (22.10.20).

Neben den Schliessfrüchten gibt es die sog. Öffnungsfrüchte (auch Streu- oder Spaltfrüchte). Bei der Reife öffnet sich das Fruchtgehäuse – sei es ein Balg, eine Schote, eine Hülse oder eine Kapsel – und setzt die Samen in die Umgebung frei. Oft sind solche Öffnungsfrüchte eine Sammlung von mehreren Samen in einem länglichen Gebilde. Damit erinnern sie an die Fäden der Leuchtstruktur.

Eine geöffnete Schote des Acker-Senfs.
Eine geöffnete Schote des Acker-Senfs. Quelle (22.10.20).

Und so wie sich in der Leuchtstruktur mehrere Leuchtkugeln auch ausserhalb von Fäden zusammenlagern können, treffen wir im Pflanzenreich Früchte an, die aus mehreren kleineren Früchten bestehen. So genannte Sammelfrüchte wie Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren beispielsweise sind eine Zusammenlagerung mehrerer Steinfrüchtchen oder mehrerer Nüsschen (oder Achänen). Bei Maulbeeren, Ananas und Feigen wiederum sind es mehrere Blüten, deren Früchte sich in einer einzigen Frucht sammeln (sog. multiple Früchte bzw. Fruchtverbände).

Die Brombeere als Sammelsteinfrucht.
Die Brombeere als Sammelsteinfrucht. Quelle (22.10.20).

Früchte sind Strategien von Blütenpflanzen, sich zu vermehren. Sie müssen so beschaffen sein, dass die Samen einerseits Ausbreitung finden und andererseits geschützt werden, bis sie auf fruchtbaren Boden fallen. Manche Früchte haben Flügel oder haarige Flugschirme, die vom Wind weggetragen werden, so die Flügelnüsse der Ulmen, Eschen und Ahorne. Andere, wie die Früchte der Kokospalme, sind faserig, um auf dem Wasser zu schwimmen. Und wieder andere Früchte reisen mithilfe von Tieren, indem sie in ihrem Fell oder Gefieder haften bleiben oder von ihnen verspeist werden.

In letzterem Fall sind es fleischige Früchte, die durch Farbe, Geruch, Geschmack und Konsistenz attraktiv auf die Tiere – und den Menschen – wirken, so dass sie gegessen und ihre Samen ausgeschieden werden. Als Früchteverzehrer treten wir also in eine Beziehung mit der entsprechenden Blütenpflanze. Einerseits erhalten wir von ihr eine Speise. Andererseits helfen wir ihr, sich fortzupflanzen. Anders als bei vielen anderen Beziehungen in der Natur – etwa zwischen Räuber und Beute oder zwischen Parasit und Wirt – profitieren hier beide Individuen (Mutualismus, Symbiose). In ähnlicher Weise können wir das Sehen der Leuchtstruktur begreifen: Bewusstsein möchte sich verkörpern und diese Verkörperungen ständig erneuern. Bevor es materielle Körper wie jene der Pflanzen schafft, schafft es die Leuchtstruktur. Die einzelnen Kugeln sind die Früchte dieses Leuchtkörpers. Wenn wir sehen, treten wir in eine symbiotische Beziehung mit der Leuchtstruktur: Auf der einen Seite werden wir vom Licht aus den Leuchtkugeln „genährt“. Auf der anderen Seite sorgen wir für die „Vermehrung“ des Leuchtkörpers, indem wir ihn durch Konzentration und Ekstase überall im Bild aufleuchten lassen. Vor diesem Hintergrund wäre Bewusstseinsentwicklung in einem dualistischen Sinn zu verstehen: Wir entwickeln nicht unser Bewusstsein. Sondern wir leben, um – und indem – wir ein anderes Bewusstsein entwickeln helfen. Und so wie Pflanzen unser natürliches Umfeld beleben, wenn wir ihre Früchte verzehren, so belebt das Bewusstsein unser Bild, wenn wir seinen Leuchtkörper sehen.

Literatur/Links:
    - Bidlack, James E.; Jansky, Shelley H. (2018): Stern’s Introductory Plant Biology (14. Aufl.). New York: McGraw-Hill
    - Brooker, Rober J. u.a. (2008): Biology (2. Aufl.). New York: McGraw-Hill
    - Gemeinholzer, Birgit (2018): „Bedecktsamer oder Blütenpflanzen (Angiospermae, Angiospermen)“. Systematik der Pflanzen kompakt. Springer Spektrum: Berlin/Heidelberg: 149–319
    - Mauseth, James D. (2017): Botany. An Introduction to Plant Biology (6. Aufl.). Burlington/MA: Jones & Bartlett
    - Wild, Monika (2016): Ausgewählte essbare Wildpflanzen und ihre giftigen Doppelgänger in Österreich (Diplomarbeit Universität Wien). docplayer.org (22.10.20)
    - „11. Vorlesung Früchte“.youtube.com. (19.10.20)
    - „Beeren-, Stein- und Nussfrüchte“. youtube.com (26.10.20)
    - „Entwicklung der Blüte zur Frucht mit Samen“. youtube.com (19.10.20)
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Bilder und Stimmen

Wie gehen heutige Menschen mit ihren Leuchtkugeln und Leuchtfäden um? Zu welchen Gedanken und Handlungen werden sie inspiriert? Bilder und Stimmen von Leserinnen und Lesern.

Harmonie

Chaos ist die Ordnung, die wir noch nicht verstehen. Unstimmigkeit ist die Harmonie, die wir noch nicht fühlen. Und was uns abstösst, ist die Schönheit, der wir uns noch nicht geöffnet haben. Wie aber gelangen wir vom Chaos zur Ordnung, von der Unstimmigkeit zur Harmonie und vom Abstossenden zum Schönen? Diese Frage schwingt in der kreativen Arbeit von Tine stets mit – und wird auf dem Weg zu jedem Kunstwerk immer wieder beantwortet.

Die freiberufliche Grafikdesignerin, Fotografin und Kunstlehrerin aus dem ländlichen Brandenburg beschäftigt sich mit Themen, die in ihrer Vielfalt und Dynamik zunächst schwer fassbar sind oder zufällig und ungeordnet erscheinen. Manchmal ist es ein Haufen Herbstblätter oder Früchte. Manchmal die Darstellung eines energetischen Körpers. Und manchmal ist es ein intensiver Moment wie die „Auflösung einer Energieblockade“ oder die „Facetten des Augenblicks“. In der Auseinandersetzung mit solchen Erscheinungen findet Tine zur Harmonie und zur Schönheit. Wie ihr das gelingt, lässt sich am Beispiel der Leuchtstruktur nachvollziehen.

Die Luftkreise, wie sie sie nennt, passen gut in das Werk der Künstlerin. Es sind chaotisch erscheinende, schwer fassbare energetisch-natürliche Phänomene, die Tines Aufmerksamkeit einfangen. Mit der Freude und Neugier eines Kindes auf Schatzsuche nimmt sich Tine die Zeit, ihre Luftkreise zu beobachten – auf dem Weg zur Arbeit, in der Mittagspause, wann immer sie Gelegenheit und Musse hat. Sehen und damit experimentieren, das ist der erste Schritt, um zu einem tieferen Verständnis zu gelangen: Sehen diese Luftkreise immer gleich aus? Wie bewegen sie sich? Wie lässt sich das Licht nutzen, um sie zu verstärken? Dann zeichnet Tine ihre Kreise auf, was ein weiterer Schritt im Erkenntnisprozess ist: Das, was flüchtig, subjektiv und schwer fassbar ist, soll dauerhaft und zugänglich gemacht werden, um es in der Tiefe erforschen zu können.
Luftkreise im Sonnenlicht (2020).
Luftkreise im Sonnenlicht (2020). DIN A4, Buntstifte und Bleistift.

Auf diese Weise ist die Zeichnung „Luftkreise im Sonnenlicht“ entstanden. Es ist eine Darstellung der Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur beim Blick durch die Wimpern. Das Sonnenlicht, das auf die Wimpern trifft, wird reflektiert und erzeugt Lichtflecken, in denen neben der Leuchtstruktur auch die farbigen „Regenbogenkreise“ erscheinen. Tine forscht weiter, um die Bedeutung dieser Phänomene – Lichtflecken, Luftkreise und Regenbogenkreise – in Erfahrung zu bringen. So erkennt sie beispielsweise die Lichtflecken als Orbs und sieht eine enge Verbindung zwischen Orbs und Luftkreisen (vgl. News 3/08), da die Luftkreise in den Lichtflecken besonders gut sichtbar sind. In Fotografien von Licht reflektierenden Regentropfen erkennt sie wiederum leuchtstrukturähnliche Kreise, was die Frage aufwirft, ob die Luftkreise nicht nur ein entoptisches, sondern auch ein optisches Phänomen sind. Damit hätten sie denselben Status wie die Regenbogenkreise, die zwar durch optische Vorgänge zustande kommen, von den tibetisch-buddhistischen Dzogchen-Yogis aber auch als Ausdruck des inneren leuchtenden Bewusstseins verstanden werden (vgl. Tausin 2019; Olds 2010).

Während Tine im ersten Bild nach Klärung der Bedeutung dieser Lichterscheinungen strebt, geht sie im zweiten Bild weiter. Hier erscheint die Leuchtstruktur im Spannungsfeld zwischen subjektiven Gefühlen und der alles durchdringenden heiligen Geometrie. Die Farben sind intuitiv gewählt, auf der Grundlage eines intensiven Gefühlszustands in einem bestimmten Moment. Später kamen das Mandala und die Luftkreise hinzu. Auf diese Weise wiegen die ordnenden Naturkräfte und die kosmische Harmonie die anfängliche chaotische Erfahrung auf – sowohl auf optischer wie energetischer Ebene. Das Bild geht über das reine Forschen hinaus: Es wirkt beruhigend und harmonisierend. Die Kugeln und Fäden der Leuchtstruktur zeigen also wie das Mandala eine Ordnung hinter den Dingen. Sie sorgen damit für Harmonie. Und nicht zuletzt haben sie einen ästhetischen Aspekt: Sie sind schön.

Magische Naturkräfte (2020).
Magische Naturkräfte (2020). Acrylfarben und Goldlack, 80 x 80 cm.

Harmonie und Schönheit entdeckt Tine nicht nur in der Ausübung ihrer beruflichen und künstlerischen Tätigkeit, sondern auch in ihrer Gartenarbeit sowie dem Aufenthalt in der Brandenburger Naturlandschaft mit ihren zahlreichen Gewässern und Naturparks. In der Vielfalt, der Farbenpracht, den Lichtspielen, den Kreisläufen und der Lebenskraft der Natur erkennt die Künstlerin sowohl Magisches als auch Naturgesetze wie den Goldenen Schnitt und die Fibonacci-Folge. Und wie Naturforscherinnen und Naturforscher es immer wieder getan haben, schliesst Tine aus der Harmonie der Natur auf eine Art höhere Intelligenz. Zu dieser Harmonie und Intelligenz haben wir Menschen Zugang – sofern wir uns als Teil der Natur annehmen und zur ständigen Arbeit und Weiterentwicklung am Puls des Lebens bereit sind. Kunst ist in dieser Hinsicht nicht das Gegenteil von Natur, und auch nicht einfach die Abbildung von Natur. Sondern sie ist die Entdeckung der Harmonie in der Natur. Oder in Tines Worten:

„Alle Kunst ist Ausdruck unserer Fähigkeit, die Dinge zwar einfach nur Dinge sein zu lassen, aber gleichzeitig zu wissen, dass sie mehr sind.“

Danke, Tine, für deine Bilder!


Literatur/Links:
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Nestors Praxistipps

Das Sehen von Mouches volantes ist eine sehr einfache und leicht zugängliche Übung. Um es aber zur meditativen Praxis zu entwickeln, können einige Tipps von Nestor helfen.

Geduld

Bei Nestor habe ich gelernt, die Fliegen in seinem Haus mit der blossen Hand einzufangen und draussen wieder freizulassen. Abgesehen davon, dass es sich in fliegenfreien Räumen angenehmer lebt, wollte mir Nestor damit zeigen, was es für den Weg in der Leuchtstruktur braucht: „Geduld und Schnelligkeit im richtigen Moment“.

Es gehört zum Leben, dass wir manchmal warten und manchmal handeln müssen. Und es gehört zur Kunst des Lebens, bewusst und im Einklang mit uns selbst zu warten und zu handeln. Geduld ist die Fähigkeit zu warten sowie Zustände oder Tatsachen zu ertragen, die für uns unangenehm sind. Sich in Geduld zu üben ist eine wesentliche Praxis nicht nur auf dem Weg in der Leuchtstruktur, sondern auf allen Wegen, die zu mehr Bewusstsein, Wissen und Glückseligkeit führen sollen. Und es ist auch eine wesentliche Praxis für unser Alltags- und Berufsleben, insofern sich diese Wege nicht davon trennen lassen. Es gibt zahlreiche Formen, Praktiken und Tipps, um sich in Geduld zu üben. Ausgehend vom Fliegenfangen stelle ich hier eine längerfristige und eine kurzfristige Form der Geduld vor.

Es gibt zahlreiche Formen, Praktiken und Tipps, um sich in Geduld zu üben...
Es gibt zahlreiche Formen, Praktiken und Tipps, um sich in Geduld zu üben... (Quelle)

Gerade zu Beginn meines Übens hatte ich Schwierigkeiten, die Fliegen zu erwischen oder aber – wenn ich sie denn erwischte – sie dabei nicht zu verletzen. Auf dem spirituellen Weg sind wir in derselben Situation. Wir leben und üben entsprechend und dürfen hin und wieder die Früchte dafür ernten. Aber es gibt auch immer wieder Situationen, in denen wir nicht so bewusst, so klar, so weise, so liebevoll und gütig sind, wie wir es uns wünschen. Dann fühlt es sich an, als hätten wir gar nichts gelernt. Sich hier in Geduld zu üben bedeutet beispielsweise, sich einen Moment lang zu vergegenwärtigen, dass wir auf dem Weg sind. Dass es Umstände und Situationen gibt, die wir nicht kontrollieren können. Und dass wir tun, was wir im Moment tun können. Auch wenn wir das Gefühl haben, wir könnten oder sollten mehr tun. Diese längerfristige Form der Geduld bedeutet also einerseits, die eigene Situation und Unvollkommenheit anzunehmen. Andererseits dürfen wir diese Unvollkommenheit auch wieder relativieren, indem wir uns an den Menschen zurückerinnern, der wir vor einem Jahr, vor fünf Jahren, vor zehn oder zwanzig Jahren waren. Und die Fortschritte erkennen, die wir seither machen durften. Geduld zu haben bedeutet hier auch, Vertrauen zu haben. Vertrauen in den Kosmos, in eine wie auch immer geartete höhere Intelligenz, in uns selbst. Wenn wir vertrauensvoll und ausdauernd sind, werden wir reifen wie eine Frucht, die an angenehmen Qualitäten wie Farbe, Geruch und Geschmack zunimmt.

Das Fliegenfangen hat aber auch einen kurzfristigen Aspekt. Es erfordert von mir, zu warten, bis sich die Fliege an einen Ort gesetzt hat, wo ich sie gut nehmen kann. Und es erfordert ein achtsames Anpirschen, damit ich sie nicht verschrecke. Auch im Alltag kommen wir immer wieder in Situationen, in denen unsere Geduld strapaziert wird. Wir müssen in einer Schlange oder einem Stau warten, obwohl wir einen Termin haben und bereits spät dran sind. Wir sind herausgefordert, wenn wir übergangen werden, wenn Menschen uns nicht zu Wort kommen lassen oder uns eine Antwort schuldig bleiben. Freunde, Partner oder Kinder verhalten sich nicht so, wie wir es erwarten und jetzt gerade brauchen würden. Geduldig zu sein bedeutet hier, einen Moment lang innezuhalten und zu warten. Dieses Warten ist alles andere als passiv. Es ist ein Zustand der achtsamen Vergegenwärtigung, um im richtigen Moment richtig handeln zu können, anstatt überstürzt zu handeln und in ungute Gefühle abzudriften. Diese Vergegenwärtigung erreichen wir beispielsweise durch ein Einfühlen in den Körper. Je nach Situation können wir uns dafür mehr oder weniger Zeit nehmen. Wichtig ist, für den Augenblick alles loszulassen und die Körperglieder zu fühlen: Kopf, Arme und Hände, oberer und unterer Rücken, Brust und Bauch, Becken, Beine und Füsse. Auf diese Weise wird der Impuls der Ungeduld in fühlende Präsenz umgewandelt. Diese Art von Geduld ist eine blitzschnelle Meditation, die wir mehrmals im Alltag üben können, egal in welcher Situation wir sind. Und sie zeigt, wodurch Geduld letztlich gefördert wird: Dadurch, dass wir uns immer wieder Zeit für die innere Stille und Achtsamkeit nehmen, aber auch für Körperübungen, die das Einfühlen in den Körper fördern. Geduld zu haben bedeutet also, im Moment anzukommen. Und zu begreifen, dass alles, was wirklich wichtig ist, hier und jetzt passiert.

Literatur/Links: